Aktuell:
Aktuelles zur BVD-Sanierung
Maßnahmen zur BVD-Sanierung sind ab dem 01.01.2011 für alle Betriebe verpflichtend.
Nähere Informationen hierzu finden sie auf der Internet-Seite des Kreises Paderborn:
Informationsseite des Kreises Paderborn zu BVD
Bei Fragen zum Ablauf oder zur Terminabsprache können sie gerne in der Praxis anrufen. 05252 4235
Rinder:
Der große Buchstabensalat: BHV l und BVD.
BHV l ist die Abkürzung für Bovines Herpes Virus l. Hierbei handelt es sich um den Erreger der IBR-Infektion (Infektiöse Bovine Rhinotracheitis).
Bei akutem Ausbruch verursacht diese Erkrankung hohes Fieber und eine Entzündung von Nase, Kehlkopf, Luftröhre und Bindehäuten auch bei erwachsenen Tieren. Erhebliche finanzielle Verluste entstehen vor allem dadurch, dass meist viele Tiere eines Bestandes erkranken und bei sämtlichen Kranken über eine längere Zeit Futteraufnahme und Milchleistung nahezu eingestellt wird. Wie bei vielen anderen Infektionen kann es sowohl bei einem akuten Ausbruch als auch bei einem verdeckten Auftreten der Erreger im Bestand zu Verkalbungen kommen.
Infizierte Rinder tragen das Virus lebenslang in sich und können andere Tiere jederzeit anstecken.
Häufig sind auch Tiere infiziert, die niemals sichtbar erkrankt waren. Da das Virus durch diese Tiere unerkannt verbreitet werden kann, wird die Infektion zur Zeit staatlich bekämpft. D.h. jeder Betrieb ist verpflichtet, an dem Sanierungsprogramm teilzunehmen, bzw. die entsprechenden Kontrolluntersuchungen seines IBR-freien Status durchführen zu lassen.
BVD(-MD) ist die Abkürzung für Bovine Virus Diarrhoe(- Mucosal Disease). Hierbei handelt es sich um eine völlig andere Erkrankung.
Der Erreger greift Atemwege und Magendarmtrakt an, wodurch es insbesondere bei jüngeren Tieren zu Durchfall und Atemwegsinfektionen kommen kann. Charakteristisch für das Auftreten von BVD in einem Bestand ist auch das gehäufte Auftreten von Verkalbungen und Geburten von missgebildeten Kälbern. Die besondere Gefährlichkeit des BVD-Virus liegt darin, dass Kühe, die in einem bestimmten Trächtigkeitsstadium infiziert werden, zwar selbst meist keine oder wenig Krankheitserscheinungen zeigen, ihre ebenfalls angesteckten Kälber jedoch das Virus lebenslang in sich tragen und einen ständigen Infektionsherd für den gesamten Betrieb darstellen. Diese Virusträger sind gelegentlich von Geburt an Kümmerer, immer öfter aber erreichen sie auch das Abkalbealter und bringen dann wiederum Virusdauerausscheider zur Welt.
Die Dauerausscheider erkranken irgendwann an starkem, nicht behandelbarem Durchfall, der schließlich zum Tod führt.
Seit Oktober 2009 gilt auch für BVD ein staatliches Bekämpfungsprogramm, s.o.
Welche Vorschriften der IBR-Sanierung gelten für meinen Betrieb?
Welche Vorschriften zur IBR-Sanierung gelten, hängt immer vom Status und der Ausrichtung des jeweiligen Betriebes ab.
Der Status eines Betriebes ist entweder IBR-frei, stabiler Impfbetrieb oder Sanierungsbetrieb. Auch von staatlicher Seite wird immer der Status "IBR-frei" angestrebt. Dieser Status ist für den Tierhalter mit eienr deutlichen Reduzierung der Kosten für Probenentnahmen verbunden. Impfungen unterbleiben ganz.
Nähere Informationen hierzu finden sie auch auf der Internet-Seite des Kreises Paderborn:
Informationsseite des Kreises Paderborn zu IBR (=BHV1)
Unsere Tierärztinnen beraten Sie gern über die in ihrem Betrieb notwendigen und sinnvollen Sanierungsmaßnahmen, die dann mit dem Veterinäramt abgesprochen werden.
Die Blauzungenkrankheit
Die Blauzungenkrankheit ist eine virusbedingte Erkrankung, die durch Mücken übertragen wird. Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier ist nicht möglich. Die infizierten Mücken können jedoch mit dem Wind bis zu 100 km weit transportiert werden.
Die Erkrankung befällt Rinder, Schafe und Ziegen, ist für den Menschen jedoch in keiner Hinsicht gefährlich.
Infizierte Tiere zeigen nach ca einer Woche Fieber, dann eine Anschwellung der Maulschleimhäute, der Zunge und der Nase, die sich zunächst rot, dann bläulich verfärben. Infolge der Schwellungen speicheln die Tiere stark und nehmen kaum noch Futter auf. Oft besteht auch eine Bindehautentzündung. Im weiteren Verlauf treten Schwellungen und Entzündungen am Kronsaum auf, außerdem Schwellungen und Rötungen an den Zitzen. Tragende Tiere können abortieren. Die erkrankten Hautstellen verkrusten später und lösen sich ab. Während Schafe oft schwer erkranken und sterben, treten bei Rindern häufig leichtere Krankheitsverläufe auf, von denen sich die Tiere wieder vollständig erholen.
Es ist auch möglich, dass infizierte Rinder gar nicht erkranken, meist treten dann jedoch vermehrt Fruchtbarkeitsstörungen auf.
Der Erregernachweis erfolgt mittels Blutproben.
In Deutschland ist die Blauzungenkrankheit anzeigepflichtig. Die bis zum letzten Jahr bestehende Impfpflicht ist aufgehoben. Die Möglichkeit einer freiwilligen Impfung besteht weiterhin. Hierfür werden jedoch keine Beihilfen der Tierseuchenkasse mehr gezahlt.
Da es keine Beweise für die Tilgung der Bleuzungenerreger in Deutschland gibt, ist eine Impfung weiterhin die sicherste Methode, um Verlusten wie im Herbst/Winter 2007 vorzubeugen.


Was ist Botulismus?
Botulismus ist eine durch das Toxin des Bakteriums Clostridium botulinum hervorgerufene Vergiftung. Diese führt zu einer forschreitenden Lähmung der Muskulatur, meist mit tödlichem Ausgang.
Das Gift wird in verwesenden Kadavern gebildet und Vergiftungen treten dann auf, wenn Tierkadaver Kontakt mit Futter oder Tränkewasser haben. Beispiele hierfür sind tote Rehe oder Hasen, die unbemerkt mit ins Silo eingearbeitet wurden oder als Weidetränken genutzte Teiche, in denen sich tote Wildtiere befinden.
In diesem Zusammenhang kann auch der Zugang von Vögeln zu Mais- oder Grassilos ein Problem darstellen.
Ein charakteristisches, wenn auch nicht immer vorhandenes Symptom für Botulismus ist die fortschreitende Zungenlähmung, die die Tiere in zunehmendem Maße an der Futter- und Wasseraufnahme hindert. (Zitat eines betroffenen Landwirtes: "das sieht aus, als ob die Kuh das Trinken verlernt hätte.")
Bei festgestelltem Botulismus ist mit behördlicher Ausnahmegenehmigung eine Bestandsimpfung möglich.
In jedem Fall ist bei allen Tieren mit unklaren Lähmungserscheinungen, die nicht deutlich mit einer Geburtsverletzung oder einer Stoffwechselerkrankung im Zusammenhang stehen, eine Probenentnahme zur Botulismusdiagnostik sinnvoll, um ein Krankheitsgeschehen rechtzeitig zu diagnostizieren bevor es sich im Bestand ausbreitet.
Gehe ich ein Risiko ein, wenn ich die Milch euterkranker Kühe an die Kälber verfüttere ?
Diese Frage ist ganz klar mit ja zu beantworten.
Mastitismilch enthält häufig Bakterien und deren giftige Stoffwechselprodukte und hat außerdem eine andere Zusammensetzung als die Milch gesunder Kühe, auch wenn sie unverändert aussieht. Die meisten Mastitiskeime werden im Labmagen des Kalbes zwar abgetötet, einige Erreger überleben jedoch und können direkt zu Krankheiten des Kalbes führen. Andere Erreger können sich in die Rachenlymphknoten des Kalbes zurückziehen und werden später bei gegenseitigem Besaugen direkt auf das Euter eines anderen Rindes übertragen.
Weiterhin gibt es Hinweise darauf, dass einige Erreger in der Lage sind, direkt aus dem Darmtrakt über die Blutbahn das Euter eines Kalbes zu infizieren, was dann bei später beim erwachsenen Tier zur chronischen Euterinfektion führt.
Ein weiteres Problem beim Vertränken der Milch euterkranker Kühe liegt darin, dass das Kalb bei antibiotischer Behandlung des Euters diese Antibiotika mit aufnimmt, selbst wenn es keine Milch aus dem erkrankten Viertel direkt bekommt. Dies kann zu Verdauungsstörungen führen. Ferner besteht die Gefahr der Entwicklung antibiotikaresistenter Bakterien.
Schweine:
Wie oft müssen in meinem Betrieb AK-Blutproben genommen werden?
Seit April 2006 besteht keine Verpflichtung mehr dazu, in regelmäßigen Abständen AK- Blutproben nehmen zu lassen.
Das Veterinäramt ordnet jedoch jedes Jahr eine bestimmte Anzahl von Stichproben an. Wenn Betriebe für diese Stichproben ausgewählt werden, bekommen sie eine schriftliche Aufforderung des zuständigen Veterinäramtes. In diesem Fall sind sie dazu verpflichtet, eine Blutprobenentnahme zu veranlassen.
Wie erkenne ich Schweinepest?
Die Schweinepest ist eine Viruserkrankung, deren Symptome sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt haben.
Früher waren erkrankte Schweine häufig an zahlreichen winzigen, punktförmigen Blutungen in der Haut zu erkennen , die im weiteren Verlauf der Krankheit zusammenflossen und verschorften, an den Ohren traten flächige Rot- oder Violettfärbungen auf. Da diese Veränderungen bei den heutigen Seuchenzügen oft fehlen, ist die Schweinepest weitaus schwieriger zu erkennen.
Häufig tritt im akuten Fall hohes Fieber mit Temperaturen zwischen 41 und 42 Grad bei einer größeren Anzahl von Tieren auf. Krankheitserscheinungen am Verdauungstrakt oder am Nervensystem können hizukommen, erkrankte Sauen verferkeln häufig.
Die Krankheit kann jedoch auch schleichend im Bestand auftreten: dann fallen drastische Einbrüche in der Fruchtbarkeit auf und die Anzahl kümmernder Ferkel steigt stark an.
Die Übertragung erfolgt am häufigsten durch Kontakt von Tier zu Tier (auch Wildschweine können Überträger sein), immer wieder kommen aber auch Seuchenausbrüche aufgrund der Verfütterung von Schlacht-oder Speiseabfällen vor. Die Verschleppung durch Personen an ihrer Kleidung ist ebenfalls möglich.
Darf ich Speiseabfälle an Schweine verfüttern?
Nein! Die bislang für Deutschland bestehende EU-Ausnahmegenehmigung, Speiseabfälle nach Erhitzung in speziell zugelassenen Anlagen zu verfüttern, wird nicht mehr verlängert, d.h. seit dem 30.10.2006 ist die Verfütterung von Speiseabfällen in Deutschland generell nicht mehr erlaubt.
Der Grund für dieses Verbot ist, dass das Verfüttern von Speiseabfällen in der Vergangenheit immer wieder die Ursache für massive Ausbrüche der Schweinepest war, die auf diesem Weg in Bestände eingeschleppt werden kann und sich dann weiter ausbreitet.
Da der Verursacher eines Seuchenausbruchs für die Folgeschäden haftbar gemacht wird, ist die Verfütterung von Speiseabfällen trotz des Verbots also für den jeweiligen Betrieb mit einem extremen finanziellen Risiko verbunden, da Haftungsansprüche durchaus im mehrstelligen Millionenbereich liegen können.
Schafe/Ziegen:
Eignen sich Schafe und Ziegen zur Einzelhaltung?
Schafe sind Herdentiere und sollten daher unbedingt mindestens zu zweit sein. Werden sie alleine gehalten können sie regelrecht krank werden. Eine Einzelhaltung von Schafen ist keinesfalls tierartgerecht. Ziegen sind ebenfalls Herdentiere, gewöhnen sich jedoch leichter an das Alleinsein. Ideal ist die Einzelhaltung jedoch auch für sie nicht.
Welcher Tierarzt ist zuständig, wenn mein Schaf oder meine Ziege Familienanschluss haben?
In zwei Dingen unterscheiden sich Schaf und Ziege von anderen vierbeinigen Hausgenossen wie Katzen und Hunde:
Zum einen sind es Wiederkäuer, deren gesamter Stoffwechsel anders funktioniert als der von Nicht-Wiederkäuern.
Bitte beachten Sie außerdem: auch wenn Sie niemals vorhaben, Ihr Haustier zu schlachten, ist es doch vor dem Gesetzgeber ein lebensmittellieferndes Tier, und es müssen die Bestimmungen und Einschränkungen hinsichtlich der Anwendung bestimmter Medikamente für oben genannte Tiere eingehalten werden.
Der behandelnde Tierarzt sollte also besondere Kenntnisse auf dem Gebiet der Wiederkäuermedizin haben und die rechtlichen Bestimmungen genau kennen.
All dies trifft auf spezialisierte Nutztierpraktiker zu, die täglich mit Schafen umgehen, so dass Sie hier eine kompetente Behandlung und Beratung erwarten können.
